Der Advanced Oxidation Process zerstört hochaktive Substanzen im Abwasser

Hochaktive organische Substanzen, wie zum Beispiel Arzneimittel, Biozide, Pestizide und deren Metabolite, werden zunehmend im Abwasser nachgewiesen. Zumeist handelt es sich um Arzneimittelrückstände, die über die Verbraucher dorthin gelangen. Auch Abwässer aus der Industrie können mit hochaktiven Substanzen verunreinigt sein. Als AOP (Advanced Oxidation Process) werden effiziente Oxidationsverfahren bezeichnet, mit denen diese hochaktiven Substanzen sicher zerstört und damit aus dem Abwasser entfernt werden.

EnviroChemie setzt den Advanced Oxidation Process in verschiedenen Oxidationsverfahren aus der eigenen Produktlinie Envochem® AOP um. Dabei werden Ozon oder Wasserstoffperoxid in Kombination mit Fentons Reagenz oder mit UV-Bestrahlung (UV-Oxidation) verwendet. Als Fentons Reagenz wird eine schwefelsaure Mischung aus einem Eisensalz, meist Eisen(II)-Sulfat (FeSO4), und Wasserstoffperoxid bezeichnet, das als starker Katalysator für die Oxidation organischer Substrate dient. Die UV-Bestrahlung wandelt das Wasserstoffperoxid in hochreaktive, sogenannte Hydroxilradikale um, welche die Schadstoffe im Wasser oxidieren. Die zu zerstörenden Substanzen werden hauptsächlich in Kohlendioxid, Wasser und Salze umgewandelt. Auch Ozon wird je nach Aufgabenstellung und zu zerstörenden Abwasserinhaltsstoffen für den Advanced Oxidation Process eingesetzt.

Dank AOP die Grenzwerte einhalten

Beispielsweise haben sich für die Zerstörung von Wirkstoffen aus der Pharmaproduktion in den letzten Jahren UV-Oxidationssysteme bewährt und setzen sich verstärkt durch. Voraussetzung für eine gute, wirtschaftliche Funktion des AOP insbesondere bei UV-Systemen mit Wasserstoffperoxid als Oxidationsmittel sind umfangreiche Voruntersuchungen im Labor oder Pilottests. So kann sich in einem für die Behandlung vorgesehenen Pharmaabwasser neben den Wirkstoffen eine Vielzahl organischer Verbindungen befinden, die problemlos in der Betriebskläranlage oder der kommunalen Kläranlage behandelt werden können. Je nach Stärke der organischen Gesamtbelastung (CSB: Chemischer Sauerstoffbedarf), wird das Oxidationsmittel verstärkt von den eigentlich nicht zur Reduktion vorgesehenen, organischen Stoffen verbraucht. Die exakte Auswahl und Kombination der geeigneten UV-Strahlungsquellen, die Gestaltung der Überströmung des UV-Reaktors, die Dosierung des Oxidationsmittels und die Behandlungsdauer sind entscheidend für einen guten und wirtschaftlichen AOP.