Wasser sparen: Komplettes Wasserrecycling für die Industrie

Der Zugang zu sauberen Wasser ist eine elementare Voraussetzung für eine effektive Produktion. Gerade in Brasilien herrscht jedoch in vielen Regionen akuter Wassermangel. Einige Ballungsgebiete, in denen viele Industriebetriebe angesiedelt sind, wie São Paulo, Rio de Janeiro oder Belo Horizonte stehen vor der schlimmsten Wasserkrise seit über 84 Jahren, wie Umweltministerin Izabella Teixeira in Brasilia erklärte.

 

Die passende Wassertechnik ermitteln

Für einen international tätigen Konzern wurden sämtliche Wasser- und Abwasserströme an einem brasilianischen Produktionsstandort für Kosmetika analysiert. Das war die Voraussetzung, um ein sinnvolles Konzept für das Wasserrecycling zu entwickeln.

Folgende Fragen waren zu beantworten:

  • Welche Abwasserströme fallen an?
  • Enthalten sie Wertstoffe, die betriebswirtschaftlich recycelt werden können?
  • Ist eine energetische Nutzung der Abwasserströme möglich
    (z. B. Biogaserzeugung, Wärmerückgewinnung)
  • Welche Wasserqualitäten werden am Standort benötigt
    (z.B. für Bewässerungszwecke, zur Reinigung, zur Wiederverwendung in der Produktion)?

Für die gesamte Fabrik wurde ein Wasser – und Abwasserkataster erstellt.

Im Werk wurden zwei Hauptabwasserströme identifiziert:

  1. Überwiegend anorganisch belastetes Abwasser aus der Versorgungstechnik: Rückspülwasser, Regenerate der Enthärtungsanlage, Abschlämmwasser aus dem Kühlturm und dem Dampfkessel.
  2. Überwiegend organisch belastetes Abwasser aus Reinigungsvorgängen in der Produktion.

 

Nachhaltiges Wasserbehandlungskonzept

Dem Behandlungskonzept liegen Versuche im Labor - und Pilotmaßstab zugrunde.

Die organischen belasteten Abwässer werden mit dem membranbiologischen Biomar OMB Verfahren behandelt. Der Ablauf aus der biologischen Reinigungsstufe wird mit getauchten Membranen nachbehandelt. So wird die Qualität des behandelten Abwassers weiter verbessert.

Aus den anorganischen Abwässern werden gelöste und ungelöste Salze mit einem Multimedia Filter vorgefiltert und in einer nachgeschalteten Envopur Umkehrosmose abgeschieden. Die anfallenden Konzentrate werden eingedampft.

Der Kosmetikhersteller kann mit der installierten Wassertechnik 90% des Abwassers wiederverwenden. Die Maschinentechnik wurde bei EnviroChemie in Deutschland kompakt in EnviModul-Bauweise vormontiert, getestet und dann vor Ort in Brasilien anschlussfertig aufgestellt.

 

Fazit

Mit einem intelligenten Konzept und hochwertiger Wassertechnik wird Wasser energieeffizient und nachhaltig verwendet. Das ist selbst bei geringen Abwassermengen betriebswirtschaftlich möglich.

Fakten

  • 90 % Abwasserrecycling zur Wiederverwendung in der Produktion

  • Modulares Anlagenkonzept für das Wasserrecycling mit einer Leistung von 1 – 100 m³/h

  • Sicherung des Produktionsstandorts trotz Wasserknappheit

  • Qualitätssicherung durch in Deutschland vormontierte und getestete Abwassertechnik

  • Modulare Bauweise ist leicht an veränderte Bedingungen anzupassen oder zu erweitern.

 

„Mit moderner Wassertechnik und einem auf die betrieblichen Gegebenheiten abgestimmten Konzept lassen sich selbst bei kleinen Abwassermengen oft ökonomisch sinnvolle Lösungen für die Wiederverwendung von Wasser realisieren.“ 

Elmar Billenkamp, Direktor Projektierung&Vertrieb, EnviroChemie.

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